Im Wettbewerb um die Neugestaltung der St. Elisabeth Kirche stand der behutsame Umgang mit dem Bestand im Vordergrund: Die im Jahr 1957 von Otto Weicken als roter Klinkerbau errichtete Kirche sollte im Wesentlichen erhalten bleiben. Wenige, zielgerichtete Eingriffe in die Altbausubstanz stärken daher den Charakter der Kirche. Der Schwerpunkt liegt auf der architektonischen und liturgischen Auseinandersetzung mit der Aufgabenstellung.

St. Elisabeth Kirche Bergkamen - Visualisierung
St. Elisabeth Kirche Bergkamen - Visualisierung

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Die St. Elisabeth Kirche wird in Ihrem Erscheinungsbild erhalten und weiterentwickelt. Die Ergänzung und Entfernung von Bauteilen erfolgt immer unter Würdigung des Bestandes.

Die äußere Anmutung der Kirche wird durch den vorgestellten transparenten Eingangskubus, welcher in Verbindung mit der neuen raumschaffenden Pergola einen schon vom Stadtmarkt wahrnehmbare, einladende Eingangssituation schafft, vorsichtig ergänzt.

Der stark gerichtete Innenraum wird als Vorgabe akzeptiert und mit minimalistischen Einbauten beruhigt und strukturiert. Gläserne Wände erlauben eine Abtrennung des eigentlichen Kirchenraumes vom Vorbereich. Die Abtrennung der Werktagskapelle, welche ihren Platz im östlichen Seitenschiff erhält, erfolgt ebenso mit einer – hier variablen – Glaswand.

St. Elisabeth Kirche Bergkamen
St. Elisabeth Kirche Bergkamen
St. Elisabeth Kirche Bergkamen

Über ein dezent schimmerndes Metallgewebe – als aufrollbarer Vorhang geplant – wird das Hauptschiff skaliert. Es werden durch unterschiedliche Zustände des Gewebes Räume für die gewünschten Nutzungen formuliert und verschiedenste Lichtinszenierungen, bis hin zu mystischen Anmutungen, ermöglicht.

Altar, Tabernakel, Ambo, Taufbecken und Plätze der Zelebranten rücken näher an die Gottesdienstbesucher heran und werden nur leicht angehoben. Der bestehende Chorraum bleibt, als Hintergrund des Altars, Teil des Raumes, in welchem zentral die Christusfigur vor einem neuen, zurückhaltenden und transparenten Kreuz positioniert wird.

  • Bearbeitung: 01/2018 - 03/2018
  • n.o. Wettbewerb
  • Brutto-Grundfläche: 870 m²
  • Anzahl (Steh-)Plätze: 150-500
  • Platzierung: 1. Platz
St. Elisabeth Kirche Bergkamen - Axonometrie
St. Elisabeth Kirche Bergkamen - Axonometrie
St. Elisabeth Kirche Bergkamen - Lageplan
St. Elisabeth Kirche Bergkamen - Grundriss

Funktionalität

Durch die vorgeschlagenen Maßnahmen wird die Kirche in vielerlei Varianten nutzbar.

Mithilfe des variablen Gewebevorhanges sind differenzierte räumliche Konstellationen darstellbar. Die verschiedenen „Gemeindegrößen“ von 150 – 500 Personen können leicht und schnell mit angepassten Räumen „versorgt“ werden. Gleichzeitig erlaubt das semitransparente, transluzente und akustisch durchlässige Material die Wahrnehmung des gesamten Raumes und die Nutzung der Orgel ohne Einschränkung.

Die Werktagskapelle wird leicht erreichbar, ist als Bestandteil der Kirche dennoch ein eigenständig funktionierender Raum und durch die variablen Trennwände der Kirche leicht zuzuschalten.

Abgabepläne

St. Elisabeth Kirche Bergkamen - Präsentationsplan 1
St. Elisabeth Kirche Bergkamen - Präsentationsplan 2