Aufgabenstellung

Für Neu-Listernohl (Attendorn) soll eine neue Kirche mit angebundenem Gemeindezentrum entstehen, um den heutigen Anforderungen einer kleiner werdenden Kirchengemeinde gerecht zu werden. Im Rahmen des Wettbewerbs galt es ebenfalls zu untersuchen, ob der angrenzende Glockenturm erhalten oder aus wirtschaftlichen Gründen neu gebaut werden muss.

Hohe räumliche Flexibilität sowie eine Erweiterbarkeit des Gottesdienstraumes sollen die Grundlage für die künftige Gemeindearbeit bilden. Die bestehende Einrichtung aus der knapp 60 Jahre alten Kirche St. Augustinus sollte in die neuen Räumlichkeiten integriert werden.

  • Bearbeitung: 01/2019 - 05/2019
  • n.o. Realisierungswettbewerb
  • Brutto-Grundfläche: 660 m²
  • Platzierung: 3. Platz

Entwurfskonzept und Leitidee

Maßstab, Struktur und skulpturale Ausformung von Kirche und Gemeindezentrum ordnen das Zentrum Neu-Listernohl räumlich. Der Kirchplatz wird Übergang vom Augustinusplatz, hat eine neue stadträumliche Qualität und erlaubt diverse Nutzungen. Der erhaltene Turm und die neue Kirche dienen als Orientierung für die Gemeinde.

Im Sakralraum erzeugen räumliche Ausprägung und Lichtführung eine spirituelle Atmosphäre.

Klare Raumkonzepte und vielfältige Außenbezüge verbinden das offene Gemeindezentrum mit der Umgebung.

Erschließung

Durch die Situierung des Neubaus im Westen des Kirchplatzes kann dieser von Norden und Süden fußläufig und per Fahrrad erreicht werden. Durch die vorgeschlagene Vergrößerung der vorhandenen Treppe im Süden wird die Verbindung zwischen beiden Plätzen gestärkt und auf die räumliche Präsenz der Kirche entsprechend reagiert.

Kirche und Gemeindezentrum St. Augustinus haben ihre gemeinsame Haupterschließung von Osten. Über den Kirchplatz kommend erkennt der Besucher den Haupteingang und kann das immer geöffnete Foyer betreten, von welchem der Kirchraum und der große Gruppenraum erreicht werden. Über den zweiten Foyerteil werden die Räumlichkeiten des Gemeindezentrums erschlossen.

Der Nebeneingang im Norden ist Pfarrer und Gemeindearbeit zugeordnet. Hier kann die Anlieferung direkt von der Straße und den Stellplätzen erfolgen.

Funktionalität

Durch die gewählte Erschließung über das Foyer, das sich in zwei Abschnitte teilt, ergeben sich einfache und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Der Kirchraum kann um Foyer und großen Saal zweifach erweitert werden und behält dabei seinen Charakter als Sakralraum.

Für die Gemeindearbeit ist es möglich, verschiedene Einheiten durch das Zusammenschalten von Foyer und der angrenzenden Räumen zu erzeugen. Diese können durch Einbeziehung der Innenhöfe noch weiter variiert werden.

Die mögliche Öffnung des Foyers und des großen Gruppenraumes zum Kirchplatz, die zusätzliche Erschließung über den Hof im Süden und die geometrische Ausformung des Foyers lassen eine selbstverständliche Verzahnung von Nutzungen auf dem Kirchplatz und im Gemeindezentrum (z.B. bei Gemeindefesten) zu.

Materialien und Konstruktion

Die Kirche St. Augustinus und das angeschlossene Gemeindezentrum sollen mit einem rauen Klinker bekleidet und von einem Kupferdach abgeschlossen werden. Holzfenster ergänzen die klare Materialauswahl und unterstützen die Ausformung der Skulptur der Kirche.

Im Innenraum spiegelt sich diese Materialauswahl wieder. Geschlemmte Ziegel, Holzfenster und -türen, Natursteinboden in der Kirche sowie Holzböden im Gemeindezentrum schaffen eine natürliche Atmosphäre als Hintergrund für Gemeindearbeit und Gottesdienst. Die teils begehbaren Innenhöfe erzeugen mit ihrer Begrünung einen starken Naturbezug im Innenraum.