Aufgabenstellung: Wettbewerb Sporthalle im Unionviertel Dortmund

In Dortmund soll eine neue Sporthalle am Dortmunder U entstehen, die künftig durch das Robert-Schumann- und das Robert-Bosch-Berufskolleg genutzt werden kann.

Um ebenfalls einer Nutzung für weitere Sportveranstaltungen gerecht zu werden, soll die Halle daher als Vierfachsporthalle geplant werden und Platz für bis zu 3.250 Zuschauerinnen und Zuschauer bieten. Die Planung der angrenzenden Außenanlagen sowie großzügiger Parkflächen mit 450 Kfz- und 110 Fahrrad-Stellplätze sollen das hochbauliche Konzept ergänzen.

Für den Neubau der Vierfachsporthalle steht ein maximaler Kostenrahmen von 28 Mio. Euro brutto zur Verfügung.

Der Wettbewerb wurde als anonymer Realisierungswettbewerb mit 20 Teilnehmern (Architekten in Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekten) ausgelobt.

Wettbewerb Sporthalle Dortmund: Visualisierung Rückansicht
Visualisierung Rückansicht
  • Bearbeitung: 11/2020 - 03/2021
  • n.o. Realisierungswettbewerb
  • Brutto-Grundfläche: 8.000 m²

Städtebauliche und architektonische Leitidee

Als Endpunkt der neu entstehenden Achse durch das vom „U“ bestimmte Unionviertel besetzt die neue Sporthalle selbstbewusst das Grundstück. Die freie Form mit ihrer Öffnung zur Achse lässt die Halle zum Zielpunkt der Bewegung durch das Unionviertel werden. Klare Raumkanten zur Bahn und zur Unionstraße schließen den Block, ohne abweisend zu sein.

In ihrer Höhenentwicklung versucht die neue Halle nicht in Konkurrenz zum „U“ zu treten, ordnet sich unter und hat durch ihre prägnante Formensprache und ihren Sockel dennoch genug Gewicht, um als städtebauliche Marke in der Reihe der Solitäre ihre ganz eigene Wirkung zu entfalten.

Mit der freien Form des begrünten Daches werden Raumkanten gesetzt, die Erschließung aus dem Stadtraum in das Gebäude formuliert und der Bezug zum Unionviertel erzeugt. Die Fassade erhält ihre Lebendigkeit durch den Wechsel von Verglasungen und Metallpaneele aus Recyclingwerkstoffen, der geklinkerte Sockel orientiert sich am bestimmenden Material im Unionviertel.

Die Komposition aus schwer und leicht, offen und geschlossen, statisch und dynamisch erzeugt reizvolle Aus- und Einblicke und verbindet Innen- und Außenraum.

Das gefaltete Stahlfachwerk des Daches ruht auf Stahlverbundstützen, welche die Lasten unabhängig von den Einbauten der Halle in die massive Stahlbeton-Konstruktion der Tiefgarage oder direkt in eigene Fundamente ableiten. Durch die Anordnung der Stützen und die Ausbildung großer Endfelder kann das Fachwerk (Durchlaufwirkung) in Höhe und Materialverbrauch optimiert werden.

Wettbewerb Sporthalle Dortmund: Lageplan
Lageplan
Wettbewerb Sporthalle Dortmund: Grundriss Ebene 1
Grundriss Ebene 1

Erschließung

Der Haupteingang orientiert sich zur Achse durch das Unionviertel und macht damit die Erreichbarkeit für Fußgänger bzw. Nutzer des ÖPNV und Fahrradfahrer eindeutig. Der Platz als Treffpunkt geht in den überdachten Vorbereich über und leitet in das Foyer der Sporthalle.

Fußgänger von der Unionstraße erreichen den Vorplatz durch die Öffnung zwischen Fassade und Dach.

An der Nordseite erfolgt auf Spielfeldebene der Zugang für Sportler und damit auch auf kürzestem Weg für die Schulsportnutzung.

Die Stellplätze für PKW werden in der Tiefgarage nachgewiesen. Aus der Tiefgarage erfolgt der direkte Zugang in das Foyer, den Umkleidebereich und auf den Vorplatz, was eine Nutzung der Tiefgarage auch außerhalb der Sporthallennutzung ermöglicht.

Wettbewerb Sporthalle Dortmund: Ansicht West
Ansicht West

Funktion

Die Grundkonzeption der Halle wird aus den Anforderungen an den Wettkampfsport abgeleitet. Die Erschließung und innere Organisation ist in erster Linie auf die Maximalzahl von Zuschauern ausgelegt.
Foyer wie VIP-Bereich haben einen direkten Bezug zur Halle und können dennoch einzeln genutzt werden. Dieses gilt auch für die im 1.OG angedachten Konferenzräume.

Gleichzeitig wird eine einfache Nutzung für den Schulsport ermöglicht, in der weder Foyer und anliegende Räume noch die Tribünenbereiche tangiert werden. Schüler wie Sportler erreichen die Umkleiden von der Nordseite ebenengleich mit dem Spielfeld.

Die vier Hallenteile sind unabhängig voneinander erschlossen und nutzbar.

Außenbereiche

Der Neubau der Sporthalle erhält durch die süd-östliche Aufweitung einen großzügigen Vorplatzbereich. In einer Betonfläche eingelegte Stahlbänder akzentuieren diesen und stellen die vier Hauptsportarten der Sporthalle überproportional dar. Durch die Lage auf dem „Ortbetonteppich“ erhält die Sporthalle auch in der Freiraumgestaltung eine klare Adresse und Zuordnung. Durch die Einbindung in das Gelände sind der Vorplatz und sämtliche Zugänge barrierefrei zugänglich.

Um den nördlichen und südlichen Zugang fußläufig auf kürzesten Weg zu erreichen, ist neben der Tiefgaragenzufahrt eine Stufenanlage angegliedert, die die beiden Ebenen miteinander verbindet. Auf dem Grundstück gibt es drei Fahrrad-Abstellanlagen, die insgesamt Platz für 150 Fahrräder bieten. Aus der Freiraumachse „Dortmunder U“ kommend, bietet ein Video-Würfel Informationen zu aktuellen oder anstehenden Terminen und Spielen.

Wettbewerb Sporthalle Dortmund: Schnitt
Schnitt

Nachhaltigkeit

Vom begrünten Dach bis zum Energiekonzept wird den Anforderungen an ressourcenschonende Konstruktionen Rechnung getragen.

Auf der Sporthalle kann eines der größten Gründächer Dortmunds entstehen, welches das innerstädtische Mikroklima positiv beeinflusst und Beheizung ebenso wie den sommerlichen Wärmeschutz der Halle nachhaltig verbessert.

Recyclingpaneele in der Fassade, Klinker als naturnaher Baustoff der Fassade des Sockels,
konstruktiver Sonnenschutz durch Dachüberstand, Sportboden und Sitze aus Holz.

Technisch: Tageslichtnutzung und tageslichtabhängige Lichtsteuerung mit Präsenzmeldern,
Niedertemperaturheizung des Fußbodens und der Sportfläche in Kombination mit einer intelligenten Lüftung, adiabate Kühlung, Grauwasseranlage und Zisterne.

Wettbewerb Sporthalle Dortmund: Visualisierung Rückansicht
Visualisierung Rückansicht