Wettbewerb: Neubau Hilfeleistungszentrum Edingen-Neckarhausen

Wettbewerbsaufgabe

Für die Doppelgemeinde Edingen-Neckarhausen sollte im Rahmen eines Realisierungswettbewerbs ein Hilfeleistungszentrum (HLZ) entstehen, das die Freiwillige Feuerwehr und das Deutsche Rote Kreuz an einem gemeinsamen Standort vereint. Der Standort liegt am geographischen Mittelpunkt der Gemeinde und gewährleistet im Einsatzfall eine schnelle, verkehrsgünstige Erreichbarkeit aller Ortsteile.

Die Aufgabe richtete sich an Architekturbüros und verlangte die Entwicklung eines funktional und gestalterisch überzeugenden Gebäudes, das den hohen Anforderungen an Einsatzlogistik, Technik und Organisation gerecht wird. Berücksichtigt werden sollten zwei mögliche Bauabschnitte sowie eine klare Gliederung der Nutzungen. Neben funktionaler Effizienz standen Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und eine zeitgemäße architektonische Ausdruckskraft im Fokus.

Projektdaten:

Auslober:
Gemeinde Edingen-Neckarhausen

Bearbeitungszeitraum:
01/2025- 03/2025

Wettbewerbsart:
n.o. Realisierungswettbewerb 

BGF:
3.176 m²

Erschließung

Die Erschließung ist klar strukturiert: Die Fahrzeughalle liegt nordseitig zur Carl-Metz-Straße mit direkter Anbindung an den Kreisverkehr. Alarmzufahrt und Alarmeingang sind vom öffentlichen Zugang getrennt. Die Ausfahrt der Einsatzfahrzeuge ermöglicht eine schnelle, konfliktfreie Ausrückung. Der DRK-Bereich ist eingeschossig, barrierefrei und über einen eigenen Zugang erreichbar.

Städtebau und Entwurf

Der Entwurf schafft einen Baukörper mit prägnanter Ausformung, selbstbewusster und freundlicher Gestaltung sowie wirtschaftlich kompakter Struktur. Das HLZ bildet eine identitätsstiftende Adresse und den Auftakt zur Entwicklung des Gewerbegebiets „In den Milben“.
Der langgestreckte Baukörper orientiert sich an der Carl-Metz-Straße und greift die geplante orthogonale Struktur auf. Ein zweigeschossiger Gebäudekopf am Kreisverkehr zur Speyrer Straße betont die städtebauliche Präsenz. Abgerundete Ecken und eine hochwertige Klinkerfassade vermitteln Robustheit und Offenheit.
Die Anlage ist modular konzipiert: Bauabschnitt 1 umfasst die Feuerwehr, Bauabschnitt 2 das DRK. Ein separater Übungsturm und Übungswall ergänzen das Ensemble und ermöglichen störungsfreies Training im angrenzenden Übungshof.

Funktionale Organisation

Kurze Wege und konsequente Schwarz-Weiß-Trennung gewährleisten einen sicheren und effizienten Einsatzablauf. Technikbereiche wie Zentrallager, Waschhalle sowie Schlauch- und Atemschutzwerkstatt sind logisch gebündelt und ermöglichen kreuzungsfreie Abläufe. Der Führungsbereich mit Funk- und Stabsraum bietet Überblick über alle relevanten Einsatzflächen.

Im Feuerwehrbereich liegen zentral die Umkleiden am Alarmeingang mit direktem Zugang zum ersten Löschzug. Abwurfzonen und Stiefelwäsche sind räumlich getrennt. Das Obergeschoss beherbergt Verwaltungs-, Jugend- und Veranstaltungsräume, die sich um einen Innenhof gruppieren. Die Erschließung erfolgt barrierefrei über Treppe und Aufzug, ergänzt durch einen zweiten Rettungsweg. Ein geschützter Außenbereich zwischen Feuerwehr und DRK fördert die gemeinschaftliche Nutzung.

Architektonische Gestaltung

Die kompakte Gebäudestruktur erzeugt einen hohen Wiedererkennungswert. Der Klinker vermittelt Stabilität, die abgerundeten Ecken brechen die Strenge und stärken die Verbindung zur Umgebung. Alle Arbeits- und Aufenthaltsbereiche sind großzügig mit Tageslicht versorgt, akustisch optimiert und funktional gegliedert. Das Obergeschoss in Holzbauweise unterstreicht die wohnliche Atmosphäre und bietet Rückzugsmöglichkeiten für die Einsatzkräfte.

Tragwerk

Das Tragwerk kombiniert Stahlbeton, Mauerwerk, Holz und Holz-Beton-Verbundbauweise für optimale Stabilität und Wirtschaftlichkeit. Das Erdgeschoss besteht aus massiven Stahlbeton- und Mauerwerkswänden. Die Hallenkonstruktion wird durch weitspannende Leimbinder stützenfrei getragen. Das Obergeschoss ist vollständig in Holzbauweise errichtet, die Decke als Holz-Beton-Verbunddecke ausgeführt.

Nachhaltigkeit, Energie und Technik

Nachhaltigkeit ist zentrales Entwurfsprinzip: Recycelte Materialien, wartungsarme Klinkerfassaden und langlebige Dachkonstruktionen reduzieren Instandhaltungskosten. Die optimierte Gebäudehülle minimiert Wärmeverluste, natürliche Belüftung senkt den Bedarf an mechanischer Klimatisierung. Begrünte Dächer verbessern das Mikroklima und steigern die Effizienz der PV-Module. Regenwasser wird gesammelt und genutzt, wasserdurchlässige Beläge fördern die Versickerung.

Das energetische Konzept basiert auf einer geothermischen Wärmepumpe mit Fußboden- und Betonkernaktivierung. PV-Anlage, Batteriespeicher und intelligente Gebäudetechnik (LED mit Präsenzsteuerung, Wärmerückgewinnung) sorgen für hohen Eigenstromanteil und niedrige Betriebskosten. Die erhöhte Gebäudeplatzierung schützt vor Überflutung bei Starkregen.

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